Weblinks Kongreßbuch Körperpotenziale in der traumaorientierten Psychotherapie 2007
1.3 Michael Geyer, Beate Bergmann, Thomas Villmann, Antje Gumz
Veränderungspotenziale psychophysiologischer und sprachlicher Interaktion
– Ergebnisse empirischer Prozessforschung
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Abbildung 2
Abbildung 2 zeigt die aus der Farbwahrscheinlichkeitsdichte berechneten Entropieverläufe bei Patientin und Therapeut in einer 37-stündigen Therapie, deren Erfolg durch 2-jährige Katamnese gesichert ist. Im vorliegenden Falle lassen sich veränderungsbedeutsame Episoden sowohl durch die Sprachmusteranalyse (Kapitel 3.2) als auch mit Hilfe der Entropie charakterisieren (im Einzelnen siehe Kapitel 4).

Abb.2: Darstellung der Wahrscheinlichkeitsverteilung der Farben und der
daraus errechneten Entropie
Als bemerkenswert stellt sich heraus, dass die psycho-physiologischen Reaktionen
von Patientin und Therapeut über den gesamten Therapieverlauf betrachtet
nicht unabhängig, sondern in ihrer Variabilität korreliert sind. Es könnte
sein, dass diese Korrelation einen Hinweis auf die Intensität der Übertragungsbeziehung
gibt.
Wie die erhaltenen Entropiekurven über eine Therapie interpretiert werden
könnten, wird im 4. Kapitel gemeinsam mit den Daten der Sprachanalyse dargelegt.
Eine visuelle Betrachtung zeigt, dass die Häufigkeit der Farbtöne innerhalb
der Therapie variiert, d. h. die Wahrscheinlichkeitsverteilung ist während
der Gesamttherapie nicht konstant. Dabei wurde zunächst der Farbraum in 255
Farben diskretisiert und anschließend ein SOM-basierendes Kernel-Smoothing
zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeitsdichte durchgeführt. Zur weiteren Analyse
betrachten wir nun die Wahrscheinlichkeitsdichte pi(t) der
Farben für eine bestimmte Therapiestunde t. Wir interessieren uns
dabei insbesondere für die Variabilität der psycho-physiologischen Veränderungen
bzw. der Farben. Hohe Variabilität entspricht einer geringen aber gleichmäßig
verteilten Farbwahrscheinlichkeitsdichte, während eingeschränkte Variabilität
durch relativ hohe Dichte für wenige Farben gekennzeichnet ist.
Dazu betrachten wir die Entropie E(t) der Wahrscheinlichkeitsdichte pi(t) in
der Stunde t. Sie ist als E(t)=–∑ipi(t)·log(pi(t))
definiert. Die Entropie E(t) ist maximal wenn die Farben gleichverteilt
sind und 0, falls nur eine Farbe auftritt. Sie ist damit ein direktes Maß
der Variabilität der Farben innerhalb einer Stunde und damit ein direktes
Maß der Variabilität der Veränderungen der psychophysiologischen Parameter.
Der zeitliche Verlauf der Entropie für Patientin und Therapeut ist in Abbildung
dargestellt. Eine Korrelationsanalyse beider Entropien liefert eine signifikante
Korrelation (Korrelationskoeffizient r≈0,28 zum Signifikanzniveau α=0,0478)
(siehe auch Villmann et al. 2000).
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Abbildung 4
Die lokale Komplexität ist hoch in einem Prozess, der starken Fluktuationen unterworfen ist und gleichzeitig viele verschiedene Systemzustände (Werteausprägungen einer Zeitreihe) realisiert) (Abbildung 4) (Schiepek et al 2003).)

Abb. 4: Ermittlung der lokalen Komplexität



