Dr.
phil, Dipl.-Psych. Manfred Thielen aus Berlin. Zusammen mit Dr. Thomas
Busch (+2006) Gründung (1996) und Leitung des Berliner „Instituts für Körperpsychotherapie“,
das Aus-Fort- und Weiterbildungen in Körperpsychotherapie durchführt.
Autor diverser Fachartikel und Herausgeber des Buches: “Narzissmus. Körperpsychotherapie
zwischen Energie und Beziehung“ (Berlin 2002).
Referent auf verschiedenen wissenschaftlichen Kongressen und Symposien zur
Psychotherapie und Körperpsychotherapie. Leitung und Mitarbeit in den 3 Kongresskomitees
der DGK (seit 1998).
2001-2005 Mitglied des Vorstandes der Berliner Psychotherapeutenkammer (PTKB),
ab 2005 Delegierter der PTKB und der Bundespsychotherapeutenkammer
(BPtK), Mitglied des Redaktionsbeirates des „Psychotherapeutenjournal“, Sprecher
der Berliner Kammerfraktion „Bündnis für psychische Gesundheit“ (Zusammenschluss
von 13 Berufs- und Fachverbänden).
Seit 2003 Vorsitzender der „Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie“
(DGK).
Abstract: Integrative Körperpsychotherapie und Emotionsregulation
Ekel ist eines der Basisgefühle und tritt insbesondere nach tiefen und traumatisierenden
Demütigungen und Verletzungen auf. In der körperpsychotherapeutischen Be-
und Verarbeitungen von diesen Erfahrungen spielt der Ausdruck der dazu gehörigen
und häufig abgespaltenen oder verdrängten Emotionen eine wichtige Rolle.
Insbesondere bei Opfern von sexuellen Missbrauch kann der Ausdruck von Ekel
neben Schmerz und Wut u.a. dazu beitragen, die traumatischen Erlebnisse schrittweise
zu verarbeiten. Wie alle Gefühle hat auch der Ekel eine körperliche Seite,
die sich in Mimik, Körperhaltung und Stimme nonverbal ausdrückt.
Anhand von Fallvignetten wird das körperpsychotherapeutische Vorgehen bei
der Unterstützung und Beförderung von eher vermiedenen Gefühlen wie Ekel
am Beispiel von sexuellem Missbrauch verdeutlicht. Häufig erfolgt er bereits
in der Kindheit bzw. frühen Kindheit in der Familie, deshalb hat die tiefenpsychologische
Herausarbeitung der Genese des Missbrauchs einen besonderen Stellenwert in
der Therapie.
In der Dialektik von Beziehungs- und Körperarbeit soll die Förderung der
Selbst- und der emotionalen Regulation des PatientIn in der Integrativen
Körperpsychotherapie verdeutlicht werden. Dabei kommen auch Ergebnisse der
Säuglings- Bindungs- und Hirnforschung zum Tragen.
Bezugsliteratur: Thielen, Manfred (2005) Trauma, Krise, Chance, Entwicklung, Neubeginn: Körperpsychotherapie bei narzisstischen Selbstwertkrisen. In: Gesellschaft für Biodynamische Psychologie/Körperpsychotherapie (GBP) (Hrsg.), 10 Jahre GBP e.V., Trauma und Kränkung, Beiträge der 9.Fachtagung der GBP e.V. in Schermau, 1.-3.10.2004. Linden 2005, S. 7-33; Thielen, Manfred (Hrsg.) (2002) Narzissmus. Körperpsychotherapie zwischen Energie und Beziehung. Ulrich Leutner Verlag, Berlin 2002; Vogt, Ralf (Hg.) (2008) Körperpotenziale in der traumaorientierten Psychotherapie. Psychosozial –Verlag, Gießen 2008.
< zurück



