Dr.
med. Franziska Schlensog-Schuster aus Leipzig ist approbierte Ärztin
und SAFE®-Projektleiterin, bindungsorientiertes Fortbildungsprojekt für junge
Eltern nach PD Dr. med. KH Brisch, LMU-München, welches in Kooperation mit
der Universitätskinderklinik Leipzig organisiert ist. Seit 2006 Ärztin in
Weiterbildung für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätskinderklinik
Leipzig. Seit 2008 Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik, -psychotherapie
der Universität Leipzig. 2007 Gründung des Psychotraumazentrum Leipzig e.V.
(Vereinsvorsitzende). Seit 2008 Ausbildung zur Psychotraumatherapeutin am
TIL (Trauma-Institut-Leipzig). Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Kinder-
und Jugendpsychotherapie und Psychosomatik.
Abstracts:
Block I: Vorstellung SAFE® – Sichere Ausbildung für Eltern
Im Workshopseminar werden wichtige Erkenntnisse aus der modernen Bindungs- und Säuglingsforschung vorgestellt, die Inhalt dieses präventiven Trainingsprogramms für werdende Eltern sind. Nach diesen theoretischen Einführungen wird mit den teilnehmern ein training in der zwischenmenschlichen Feinfühligkeit vorgenommen, indem anschauliche Videobeispiele gemeinsam diskutiert und Lösungswege aufgezeigt werden. Die Workshopteilnehmer sollen im Seminar effektive Umgangstechniken zwischen Säugling und Eltern lernen bzw. gute eigene Erfahrungen vertiefen, sodass die unbewusste Weitergabe von neurotischen Konflikten oder Psychotraumata vermieden werden.
Block II: Ekel in Schwangerschaft und der frühen Elternzeit
Hier wird an die Erkenntnisse des I. Seminarteils angeknüpft. Zusätzlich werden hier theoretische Grundlagen der Spezifik des Ekels für werdende Eltern vorgestellt, Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer guten Bindungsentwicklung diskutiert und Stabilisierungstechniken gleich zum Ausprobieren angeboten. Viele anschauliche Beispiele und Erfahrungen aus den SAFE®-Kursen geben Einblick in die Arbeit mit dem Ekel.
Frühe Intervention in der Schwangerschaft bis zum Ende des 1. Lebensjahres
Im
ersten Teil des Vortrages soll eine Übersicht über die aktuellen Forschungsergebnisse
im Bereich frühe Intervention und Videointervention gegeben werden. Es wird
ein Augenmerk auf das Präventionsprogramm SAFE® (Sichere Ausbildung Für Eltern)
unter besonderer Berücksichtigung des Feinfühligkeitstrainings speziell in
Leipzig gelegt und Perspektiven aufgezeigt.
Das Präventionsprojekt, entwickelt
von PD Dr. med. Karl-Heinz Brisch (Dr. von Haunerschen Kinderspital München)
richtet sich an werdende Eltern zum Aufbau einer guten Bindung zu ihrem Kind.
Anschließende
werden einzelne Module des SAFE®-Programms von aktiven SAFE®mentoren vorgestellt
und diskutiert. Das meist tabuisierte Ekelerleben in der Spätschwangerschaft,
Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes soll auf der Grundlage von praktischen
Erfahrungen aus SAFE®-Treffen anhand von anschaulichen Beispielen exemplarisch
demonstriert werden. Eine anwendungsbezogene Achtsamkeitsübung zum Thema
„Umgang mit Ekelgefühlen“ soll vorgestellt und in Ansätzen gleich ausprobiert
werden. Das Ziel dieser körperorientierten Intervention ist einerseits ein
bewusster (reflektierter) Umgang mit dem eigenen Ekel und andererseits eine
gute innere Stabilisierung bei drohendem Überflutungs- oder Überforderungsserleben
durch den Ekel. Wichtige Punkte des Vortrages können abschließend diskutiert
und Fragen gestellt werden.
Literatur: Brisch, K. H.; Hellbrügge, T. (2003): Bindung und Trauma. Stuttgart: Klett-Cotta; Ainsworth, M.D.S. (1977): Feinfühligkeit versus Unempfindlichkeit gegenüber Signalen des Babys. In: Grossmann, K.E. (Hrsg.): Entwicklung der Lernfähigkeit in der sozialen Umwelt, S. 98-107. München: Kindler; Bowlby, J. (1995): Elternbindung und Persönlichkeitsentwicklung. Heidelberg: Dexter; Vogt, R. (2007): Psychotrauma, State, Setting. Gießen: Psychosozial-Verlag
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