Exposé
Gewalt ist ein altes Thema der Menschheitsentwicklung.
Zwischenmenschliche Aggression ist vom Standpunkt des Aggressors meistens
eine Form der Machtausübung – aber aus der Sicht des Opfers dagegen eine
Ohnmachtserfahrung mit ungewissem Ausgang. Was ist, wenn sich beim Opfer
plötzlich später selbstschädigende Impulse zeigen, die scheinbar das Werk
des Täters auf paradoxe Art fortsetzen?
Wie entstehen außerdem überhaupt
Teufelskreise der Gewalt, der Suizidalität oder des Amoklaufes aufgrund
eigener oder beobachteter traumatischer Gewalterfahrungen? Im Bereich der
modernen Psychotherapie wird diesen innerpsychischen Grundlagen der unbewussten
Prägungen und teilbewussten Verhaltenskonsequenzen in Einzelfallstudien
nachgegangen. Leider wurde das Problem noch nicht systematisch durch Studien
und Fachtagungen erschlossen, obwohl aktuelle Herausforderungen in unserer
Gesellschaft bzw. in unserer alltäglichen Therapiepraxis fachkundige Aussagen
und Behandlungsrichtlinien verlangen. Das Thema der Übertragungen wurde
in der Psychoanalyse umfangreich abgehandelt – die Problematik der Introjektionen
dagegen bisher eher nicht.
Es gibt im Rahmen der Introjektentstehung komplizierte
Formen von peritraumatisch-dissoziativen Übernahmen, welche zum Teil auch
gegenwärtigen Psychotherapeutenkollegen nicht ausreichend bekannt oder
nachvollziehbar sind. Neben Diskussionen zur neusten Begriffsbestimmung werden
ebenso nachhaltig die Behandlungskonsequenzen anhand von therapeutischen
Settingvorschlägen verschiedener Experten beschrieben. Anschauliche Fallbeispiele
und neuste Studienergebnisse sollen sowohl dem fachkundigen Publikum, Kollegen
fachverwandter Bereiche als auch interessierten Sozialarbeitern und Studenten
die Möglichkeit geben einen aufklärenden Einblick in die schwierige und
äußerst wichtige Problematik zu bekommen.
Es referieren renommierte Fachvertreter
aus den USA, England und Deutschland erstmals gemeinsam zu diesem Thema.
Referenten
Ph.
D. Colin Ross ist Psychiater
und Arzt aus Dallas (USA) und einer der derzeit führenden Vertreter der
Behandlung von dissoziativen Störungen aus den USA. Er ist weltweit Ausbilder
in seinem Fachgebiet und hat sich besonders mit wissenschaftlichen Publikationen
zur Aufdeckung der Mind-Control-Experimente des CIA einen Namen machen können.
Seine Lehrvideos zur Diagnostik und Therapie dissoziativer Identitätsstörungen
sind weltweit gefragt. Colin Ross wird eine aktuelle Position zu allen wichtigen
Hauptfragen des Symposiums beziehen und uns einen Einblick in den neuesten
Stand seiner Konzeption geben.
Ph.
D. Joanne Twombly ist Psychotherapeutin, klinische Sozialarbeiterin
(MSW) und EMDR Ausbilderin aus Boston (USA) und eine langjährige führende Vertreterin
der Internationalen Fachgesellschaft für Trauma und Dissoziation. Sie
ist Ausbilderin in vielen Ländern und hat eine große Zahl von Fachartikeln
über Formen des EMDR mit den verschiedenen dissoziativen Störungen anhand
von Studien und umfangreichen Fallberichten verfasst. Sie wird über die
Entstehung von Täterintrojekten und deren differenzierten Behandlung mit
EMDR berichten sowie katamnestische Ausblicke für die Behandlungsstabilität
geben.
Prof.
Dr. Harald J. Freyberger ist Professor für Psychiatrie, Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie an der Universität Greifswald sowie Direktor
der dazugehörigen Uniklinik in Greifswald und Stralsund. Er ist ein international
anerkannter Forscher auf dem Gebiet der Psychotraumatologie und Dissoziation
und Mitherausgeber der Zeitschriften „Trauma & Gewalt“, „Psychodynamische
Psychotherapie“ und „Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie“.
Prof.
Freyberger hat diagnostische Inventarien zur Dissoziation (FDS, FDS-20)
sowie eine Reihe von epidemiologischen Untersuchungen zur Auswirkung von
individuellen und Kriegstraumatisierungen geleitet. Er wird neuste Forschungsergebnisse
seines Faches vorstellen und zum besonderen Problem der Täterbindung von
Traumaopfern sprechen.
Dr.
Renate Hochauf ist psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis
in Altenburg (Thüringen) und Ausbilderin für Psychotraumatologie am DIP
in Köln. Sie hat als Psychoanalytikerin, Therapeutin für Katathymes Bilderleben
und Spezialistin für frühe pränatale Psychotraumatisierungen ein eigenes
Diagnostik- und Behandlungskonzept entwickelt, mit welchem sie zunehmend
national und international beachtet wird.
Frau Hochauf wird auf dem Symposium
zu ihrem eigenen Konzept der prozessorientierten Täterintrojektdiagnostik
sowie die daraus ableitbare Methodik der Täterintrojektinterventionen
mit szenischer und imaginativer Arbeit theoretisch und praktisch vorstellen.
DP
Michaela Huber ist freiberufliche Psychologin aus Göttingen und eine
der „dienstältesten“ Psychotherapeutinnen für dissoziative Störungen in
Deutschland. Sie ist Begründerin der deutschen Sektion der ISSD und hat
darin viele fachwissenschaftliche Tagungen mit internationalen Gästen ins
Leben gerufen. Frau Huber hat für ihre professionellen Beiträge und Fachbücher
den „Internationalen Distinguished Achievement Award“ der ISSD verliehen
bekommen und ist Ausbilderin mit eigenem Curriculum zur Behandlung von dissoziativen
Störungen.
Sie
wird auf dem Symposium zu den bösen, zerstörerischen und intriganten Seiten
von Täterintrojekten anhand von Fallbeispielen sprechen und Bezugspunkte
zu strukturellen Behandlungskonzepten anderer Kollegen historisch und aktuell
herstellen.
PD
Dr. Martin Sack ist Facharzt für psychosomatische Medizin und leitender
Oberarzt an der Universitätsklinik rechts der Isar in München. Er ist amtierender
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie und publiziert
seit Jahren zu vielen Forschungsfragen des EMDR sowie besonderen methodischen
Fragen der Traumathera- pie. Hierbei favorisiert er ausdrücklich sanftere
Formen der Psychotraumadiagnostik und -behandlung. Er wird in seinen Ausführungen
zu neurobiologischen Forschungsbefunden der Entstehung von spezifischen Täterintrojekten
und der daraus ableitbaren Modellbildung sprechen, weil sich daraus gewisse
Implikationen für das Körperselbst, die Selbstwahrneh- mung und die Bedeutung
der realitätsorganisierenden Umwelt ergeben.
Dr.
Renée P. Marks arbeitet
als klinische Kinder- und Jugendtherapeutin in der Nähe von Manchester
in Großbritannien. Sie verfügt über eine bereits 26-jährige Berufserfahrung
bei der Arbeit mit komplextraumatisierten Kindern in Südafrika und England.
Ihre Spezialisierung liegt in der Konzeption zur Diagnostik und Behandlung
von dissoziativen / komplextraumatisierten Kindern aus Adoptiv- und Pflegefamilien.
Auf dem Symposium wird sie aus diesem Bereich theoretische Prämissen als
auch interessante Fallbeispiele zur frühen Erkennung und zum methodischen
Umgang mit Täterintrojekten bei geschädigten Kindern per Video zeigen
und diskutieren.
Beate
Siegert ist amtierende Vorsitzende des Psychotraumazentrums Leipzig
und Traumafachberaterin (TIL). Sie arbeitet seit Jahren mit anderen Kolleginnen
und Kollegen des PTZ an einer Reihe von Projekten der frühen Traumatisierung
von Kindern. Das umfangreichste Konzept ist das Elternkommunikations-
und Beziehungstraining SAFE® nach Prof. Brisch, LMU München. Mitarbeiter
des PTZ und Frau Siegert werden auf dem Symposium über praktische Erfahrungen
und Probleme des Erkennens und Bearbeitens von Täterintrojekten in der
Trainingsarbeit mit Eltern sprechen.
DP
Irina Vogt ist psychologische Psychotherapeutin in einer Leipziger Gemeinschaftspraxis
sowie Leiterin des Trauma-Institut-Leipzig (TIL). Sie arbeitet als Psychotraumatologin
und analytisch-tiefenpsychologische Körperpsychotherapeutin mit Erwachsenen,
Kindern und Gruppen in vielen Settings. Zusammen mit ihrem Ehemann gestaltet
sie das gemeinsame Ausbildungsprogramm SPIM-20-KT seit Jahren mit und entwickelt
darin spezifische Spielsettings sowie Behandlungsabschnitte für hochdissoziative
Störungen. Frau Vogt wird auf dem Symposium besonders über die Entstehung
von Täterimplantaten sprechen und Fallbeispiele für deren Behandlung erläutern.
Dr.
Ralf Vogt ist psychologischer Psychotherapeut
in einer Leipziger Gemeinschaftspraxis sowie Leiter des Trauma-Institut-Leipzig
(TIL). Er arbeitet als Psychotraumatologe und analytischer Körperpsychotherapeut
mit Erwachsenen, Kindern und Gruppen. Seit 1996 entwirft er Settings mit
„beseelbaren Therapieobjekten“ zur spezifischen Behandlung für komplextraumatisierte
/ dissoziative Störungen in der Einzel- und Gruppenpraxis. Seit 2006 trägt
dieses sich ständig ausweitende Behandlungskonzept den Namen SPIM-20-KT
und wird durch Fachpublikationen und Forschungsstudien untermauert. Herr
Vogt hat inzwischen dieses Vorgehen manualisiert und auch im internationalen
Rahmen vielerorts Kollegen vorgestellt, die eine Synthese von psychoanalytischen,
körperorientierten und verhaltenstherapeutischen Methoden in der Psychotraumatologie
suchen. Auf dem Symposium wird Ralf Vogt sowohl theoretische Konzepte der
Täterintrojekte bzw. Täterimplantate, mögliche Behandlungsmethoden als
auch neue Studienergebnisse in diesem Zusammenhang aus der ambulanten Praxis
vorstellen.
Zielgruppen des Symposiums
- PsychotherapeutInnen, Psychotraumatologen, Berater, Forensiker u.a.
- PsychoanalytikerInnen, TiefenpsychologInnen, VerhaltenstherapeutInnen, KörperpsychotherapeutInnen, FamilientherapeutInnen u.v.a.
- klinische Forscher im Bereich Hirnforschung und Psychotraumatologie
- Heilberufler, Sozialarbeiter, Erzieher
- Personale von ambulanten und klinischen Einrichtungen
- Jugendamtsmitarbeiter sowie Auszubildende der Fachbereiche
Fortbildungspunkte
Für diesen Kongress werden insgesamt 15 Punkte von der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK) vergeben.
Programm, Rückfragen, Anmeldung
Das vollständige Programm zu dem Symposium
finden Sie Ende August 2010 hier im Internet, sowie nähere Angaben zur Anfahrt,
zu Symposiumsgebühren, Unterbringungsmöglichkeiten und Rabatten.
Hotels
| Lindner Hotel Leipzig Hans-Driesch-Str. 27 04179 Leipzig Tel.: 0341-4478481 Fax: 0341-4478478 |
Einzel- o. Doppelzimmer: 61,00 € pro Zimmer/Nacht exkl. Frühstück (17,00 €) Kontingent vom 16.-18.06.11 abrufbar bis 24.03.11 |
|
| Hotel Ibis Leipzig Zentrum Brühl 69 04109 Leipzig Tel.: 0341-21860 Fax: 0341-2186222 |
Einzelzimmer: 79,00 € pro Nacht inkl. Frühstück Doppelzimmer: 89,00 € pro Nacht inkl. Frühstück Kontingent vom 16.-18.06.11 abrufbar bis 15.05.11 |
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| Pentahotel Leipzig Grosser Brockhaus 3 04103 Leipzig Tel.: 0341-12920 |
Einzelzimmer: 99,00 € pro Nacht inkl. Frühstück Doppelzimmer: 117,00 € pro Nacht inkl. Frühstück Kontingent vom 16.-18.06.11 abrufbar bis 05.05.11 |
|
| Alle Zimmerkontingente sind unter dem Stichwort "Körperpotenziale" telefonisch abrufbar. | ||
Leipzig-Informationen zu Kultur, Hotels, Umgebung
www.leipzig.de | www.leipzig-sachsen.de | www.leipzig-info.de | www.bach-leipzig.de | Bachfest vom 10.–19. Juni 2011


Bach / Thomaskirche, Gewandhaus
Zur Kultur
laden das international bekannte Gewandhaus (1.
Adresse für klassische Musik) sowie die Oper und das Ballett, das Centraltheater,
die Scala, die Musikalische
Komödie, das Kristallpalastvarieté sowie fünf
Kabaretts und viele Kleinkunstbühnen ein.
Parallel zu unserem Fachsymposium werden wieder die international bekannten Bach-Musik-Festtage in Leipzig stattfinden.
Bleiben Sie zur Erholung doch einfach länger in
der Kulturstadt Leipzig und sichern Sie sich langfristig Karten für einmlaige
Höhepunkte des Festes. Der Kartenvorverkauf beginnt stets 9 Monate vor dem
Fest.
Veranstaltungsort

Mediencampus - Leipzig/Gohlis, Poetenweg 28 (Nähe
Leipziger Zoo und Nähe Hauptbahnhof)
Bei Interesse an Anzeigenschaltungen
in der neuen Symposiumsbroschüre,können sich Institute sowie Einzelpersonen
in der Leipziger Akademie melden.
Der nächste Körperpotenziale-Kongress
Symposium Körperpotenziale IV: vom 20. – 22.06.2013 (Thema steht noch nicht fest)



